Können wir mal kurz über Beige reden?
Ich meine nicht die Farbe an sich. Beige ist eine wunderbare Wandfarbe. Vielleicht noch für einen schönen Wollmantel. Aber als Branding-Farbe für gefühlt jede zweite Selbstständige im Internet? Da zucke ich kurz zusammen. Und kanns ehrlich gesagt auch nicht mehr sehen…
Man scrollt durch Instagram und sieht Coach nach Coach, Studio nach Studio – alle in Sand, Creme, Greige, Nude, Oat Milk und wie auch immer man Beige gerade nennt, damit es nach Premium klingt. Dazu eine dünne Serifenschrift, ein Trockenblumenstrauß und eine „Willkommen in deinem neuen Kapitel“-Bio. Alles hübsch. Alles stimmig. Und alles komplett austauschbar.
Und weißt du, wer daran nicht ganz unschuldig ist? KI. Denn wenn du ChatGPT oder ein KI-Brandkit-Tool nach einer Farbpalette für „weiblich, hochwertig, Coach“ fragst, kommt – Überraschung – Beige raus. Immer. Weil KI mit Mustern arbeitet. Und das Muster sagt: Beige = weiblich = hochwertig. Aber Muster sind keine Strategie. Und Trend ist nicht dasselbe wie Persönlichkeit.
Die gute Nachricht: KI ist trotzdem verdammt nützlich. Du musst sie nur anders einsetzen.
KI ist nicht das Problem. Blindes Copy-Paste ist das Problem.
Lass uns das mal geraderücken: KI-Tools sind großartig, wenn du weißt, was du willst. Sie sparen dir Zeit bei Texten, Layouts, Content-Ideen und Bildbearbeitung. Aber sie können dir nicht sagen, wer du bist. Und genau da fängt alles an.
Die meisten nutzen KI so: Prompt rein, Ergebnis raus, fertig. Kein Briefing. Keine Positionierung. Das Ergebnis sieht professionell aus – aber auch wie bei 10.000 anderen, die denselben Prompt eingegeben haben.
KI clever nutzen heißt: Erst denken, dann prompten. Erst wissen, wofür deine Marke steht, und dann KI als Werkzeug einsetzen, um das schneller und einfacher umzusetzen. Nicht andersrum.
5 Wege, wie KI dir wirklich Zeit, Geld und Nerven spart
1. Texte vorschreiben lassen – aber in deinem Ton. Gib der KI nicht einfach „Schreib mir einen Instagram-Post“. Gib ihr deine Markenwerte, deinen Ton, Beispiele für Sätze, die nach dir klingen. Je mehr Kontext, desto weniger Roboter und desto mehr du. KI schreibt den ersten Entwurf, du machst ihn zu deinem.
2. Content-Ideen brainstormen. Statt eine Stunde auf ein leeres Canva-Board zu starren, lass dir 20 Themenideen generieren. Dann streich 15 davon und behalte die fünf, die wirklich zu dir passen. KI liefert die Masse, du lieferst den Filter.
3. Farbpaletten als Startpunkt nutzen – nicht als Endergebnis. Ja, du kannst KI nach Farbvorschlägen fragen. Aber bitte nicht blind übernehmen. Vergleiche sie mit deiner Positionierung, teste sie auf echten Designs und entscheide bewusst. Eine Palette, die du begründen kannst, ist tausendmal stärker als eine, die „halt schön aussieht“.
4. Canva-Templates schneller anpassen. Statt jedes Mal bei null anzufangen: Lass dir von KI Textvorschläge für deine Templates generieren, Bildunterschriften formulieren oder Alt-Texte schreiben. Das sind die kleinen Zeitfresser, bei denen KI wirklich glänzt.
5. Deine Positionierung schärfen. Klingt paradox, funktioniert aber: Lass KI deine Website-Texte analysieren und frag sie, welchen Eindruck deine Marke macht. Oft ist das Feedback überraschend ehrlich – und ein guter Realitätscheck, bevor du andere fragst.
Beige ist nicht mutig. Du schon.
KI ist ein Werkzeug. Ein ziemlich gutes sogar. Aber ein Werkzeug ohne Plan baut dir ein Regal, das aussieht wie jedes andere bei IKEA. Funktional? Ja. Deins? Nein.
Der Unterschied zwischen einer austauschbaren Marke und einer, die man wiedererkennt, ist nicht das Tool – es ist die Klarheit dahinter. Wenn du weißt, wer du bist, wird KI zu deiner besten Assistentin. Wenn nicht, wird sie deine beste Beige-Maschine.
Und mal ehrlich: Du bist nicht Beige. Du bist wahrscheinlich eher Königsblau mit einem Schuss Pink. Oder Salbei mit Charakter. Oder irgendwas, das es noch gar nicht gibt.
Lass uns das rausfinden:
Wenn du merkst, dass deine Marke zwar irgendwie hübsch ist, aber noch nicht wirklich nach dir klingt, aussieht und sich anfühlt, dann ist mein Brand Workbook dein nächster Schritt.
Darin entwickelst du Schritt für Schritt:
- deine Markenbasis
- deine Positionierung
- deine Farben
- deine Schriften
- deine Bildsprache
- deinen Look & Feel
- und einen Mini-Brandguide, mit dem du endlich konsistent sichtbar wirst
Nicht steif. Nicht kompliziert. Nicht „Corporate Branding für Menschen mit 12-köpfigem Marketingteam“. Sondern klar, praktisch und so, dass du danach wirklich weißt: Ah. Genau so soll meine Marke wirken.


